Alès, die Hauptstadt der Cévennen

Alès im Dèpartement Gard gehört mit seinen über 41’000 Einwohner/innen zur grössten Stadt der Cévennen. Sie liegt knapp 45km nordwestlich von Nîmes in einer Flussschlaufe des Gardon d’Alès, am südlichen Rand des Cévennen-Nationalparks. Bis Mitte 20.Jahrhundert war Alès ein regionales Zentrum des Kohlebergbaus im Gard. Die grosse Abraumhalde ist ein Erbe dieser Zeit. Im 21. Jahrhundert ist die Stadt zu einem Forschungszentrum für Mechanik und Biotechnologie geworden. Immer bekannter und beliebter wird Alès auch als touristisches Tor zu den Cévennen. Die Plattenbauten, die man als erstes erblickt, wenn man in die Stadt fährt, machen keinen einladenden Eindruck. Das Zentrum von Alès mit seinen Boulevards und Strassencafés ist aber herzig und lässt ein bisschen Kleinstadtflair aufkommen. Wir besuchen immer gern die Markthallen, in Alès bekannt unter dem Namen halles de l’Abbaye. Da die Halle noch im Umbau ist, ist sie nicht sehr schön, bietet aber dennoch einen wichtigen Treffpunkt für die Einheimischen. Ansonsten sind wir einfach ein bisschen durch die Strassen geschlendert und haben die neuen Eindrücke genossen. 

Als wir das nächste Mal nach Alès fuhren, haben wir einen Stopp bei der Notre-Dame-des-Mines gemacht , einer Kapelle, die auf dem Hügel der Einsiedelei ausserhalb Alès erbaut wurde. Noch viel mehr als die Statue der Jungfrau Maria hat uns die Aussicht über die Stadt beeindruckt.

Bei unserem zweiten Besuch in Alès hat uns das Städtchen noch besser gefallen. Die Gassen sind breiter als in Montpellier, aber dafür sehr schön gestaltet und gepflegt. Es hat auch ein eine genügende Anzahl an Shops, Cafés und Restaurants. Und auch hier strömen die Menschen abends in die Restaurants und das nachmittags wie ausgestorbene Städtchen erwacht wieder zum Leben.

Essen wollten wir eigentlich gerne im Jardin cénévol, welches uns von unseren Gastgebern empfohlen wurde. Da wir nicht reserviert haben – das passiert uns öfters – hatte es leider keinen Platz mehr für uns. So sind wir einmal mehr in eine Pizzeria gegangen. Für die französische Küche braucht es etwas Mut und Neugier, in Bezug auf Essen fehlt uns das leider beiden 😉