Das Schlangenparadies schlechthin: Mount Abrupt im Grampians National Park


Was war das für ein Tag heute! Nach einer wunderbaren Nacht in Koroit haben wir uns heute mega auf die Wanderung und das wärmere Wetter im 100km nördlich gelegenen Grampians National Park gefreut. Auf dem Weg von der Südküste ins Landesinnere nach Halls Gap, dem Zentrum des Nationalparks, lag auch das kleine Kaff Dunkeld und daneben der Mount Abrupt. Dieser 6km lange Weg bot sich perfekt für einen Hike an und den haben wir natürlich gemacht. Der Weg führte vom Parkplatz direkt in den Busch und schlängelte sich von da durch felsiges Waldland und etliche Steintreppen knapp 500 Höhenmeter hoch auf den Gipfel. Bereits auf dem Weg ist die Aussicht auf die Ebene herrlich und auf dem Gipfel bot sich uns eine phenomenale Rundumsicht über den Nationalpark; sie Serra Range im Norden und Dunkeld im Süden. Die Grampians bilden den westlichsten Teil der australischen Great Dividing Range und bestehen aus vier Höhenzügen, die überwiegend von Norden nach Süden verlaufen: Der Mount William Range, der Serra Range, der Victoria Range und der Mount Difficult Range. Die höchste Erhebung ist der Mount William mit einer Höhe von 1167 m. Die Höhenzüge fallen Richtung Osten abrupt ab, mit vielen Steilwänden und Überhängen, während nach Westen hin sanftere Abhänge vorherrschen. Das macht die Wanderungen hier so spannend und aussichtsreich. Spannend ist auch die Tierwelt im Grampians.
Der Park beherbergt 28 Reptilienarten, davon sind sieben Schlangenarten, darunter auch die hochgiftige Brauschlange und Tigerotter. Und genau die habe ich gesehen! Auf dem Gipfel war noch alles gut, wir machten es uns gemütlich für ein Picknick und genossen die Aussicht. Doch als ich bei meinem Schlangencheck, den ich hier permanent mache, nach hinten blicke, sehe ich direkt in die Augen einer Schlange, deren Kopf aus einer Steinspalte guckt. Was für ein Schock! Nachdem ich zwei Meter weggesprungen bin und dabei fast meinen Zmittag verschüttet habe, fing das Drama erst richtig an, weil all unsere Sachen immer noch einen Meter neben der Schlange lagen. Philipp hat die Sachen dann nach einigem Hin und Her geholt und wir machten uns auf den Rückweg. Und kaum waren wir fünf Minuten auf dem Weg, sah ich schon die nächste, wirklich gruselige Schlange und hatte fast einen Herzstillstand vor Schreck. Diese zweite war braun und sah genauso aus wie die Braunschlange, die ich im Zoo gesehen hatte. Mit noch zittrigeren Beinen ging es weiter, irgendwie mussten wir ja wieder runter von diesem Berg. Und obwohl ich es selbst immer noch nicht ganz fassen kann, sah ich nur ein paar Minuten weiter unten nochmal eine Schlange mitten auf unserem Weg, in den Steintreppen versteckt. Das war dann zu viel des Guten für mich. Mit einem Puls von 180 und der Schlangenangst im Nacken brachte mich Philipp irgendwie da runter. Ich war noch nie so erleichtert wieder im Auto zu sitzen. Leider hat er die Schlangen nicht richtig gesehen. In ganz wenigen Ausnahmefällen können schwache Augen auch ein Vorteil sein. Dann machten wir uns zügig auf den Heimweg Richtung Halls Gap, erledigten noch unseren Einkauf und bezogen dann unsere grosszügige Ferienwohnung am Rande des Nationalparks. Und da wartete nach diesem Schlangenschreck auch noch eine wunderschöne Entschädigung auf uns: In unserem Garten konnten wir drei Kängurus aus nächster Nähe beobachten und ihnen beim Grasen zusehen. Mit fünf Känguru- und Wallaby-Arten bieten die Grampians diesbezüglich die größte Vielfalt in Victoria. Viele Wallabys haben sich hier an die Nähe des Menschen gewöhnt. Sie äsen inmitten der Siedlungen auf Rasengrundstücken und man kann sich ihnen bis auf wenige Meter Entfernung annähern. Das war eindrücklich und bewegend. Die Tierwelt hier ist nicht nur gruselig, sondern auch schön.
Üsi Schwiiz und d'Welt 


































