
Obwohl der Saint-Loup mit seinen 685 Metern Höhe eher klein ist, so ist er doch recht markant, von weitem sichtbar und vor allem als Hausberg von Montpellier sehr bekannt. Im Hinterland von Montpellier, bei der kleinen Ortschaft Cazevieille, beginnt die Wanderung. Der Weg ist gut markiert und führt über einen steinigen Weg zuerst sanft unterhalb der Krete entlang und zum Schluss steiler nach oben auf den Gipfel. Nach einer knappen Stunde laufen bei über 35 Grad kam ich auf dem Saint-Loup an, wo ich die herzige Kapelle begutachtete und das riesige Kreuz bestaunte. Auch Gedenktafeln für verunglückte Bergsteiger sind zu sehen. Und die Aussicht auf die Cévennen, die Ebene von Nîmes, das Rhône-Tal, den Luberon, die Camargue und die Ebene von Montpellier ist grossartig! Zur Belohnung gab es unten in der hübschen Weinbar Cavis noch einen feinen Kaffee, bevor ich mich auf den Rückweg machte und auf eine Abkühlung im Pool freute.
HERAULT: Village Cazevieille – Pic Sain-Loup (658m)
Distanz: 6km
Dauer: 1.40h
Höhenmeter: 350

Der beliebte Badeort Argelès-sur-Mer befindet sich 25km von der spanischen Grenze entfernt im Département Pyrénées-Orientales und hat knapp über 10’000 Einwohner/innen. Dort, wo die Ausläufer der Pyrenäen ins Meer zu tauchen scheinen und die Vielfalt der Region auf einen Blick ersichtlich wird. Auf der französischen Seite gehört Argelès-sur-Mer zur Côte Vermeille, welche auf der spanischen Seite zur Costa Brava, zur wilden Küste, wird. Argelès-sur-Mer bietet eine bezaubernde Altstadt mit den charakteristischen kleinen Gässchen, einen eindrücklichen Yachthafen und unzählige Restaurants und Boutiquen, um sich verwöhnen zu lassen. Die Hauptattraktion ist aber wahrscheinlich der kilometerlange, extrem breite Sandstrand, der für alle und jeden ein Plätzchen bietet. Wir haben diesen Nachmittag am Strand genossen und der permanente Wind hat es möglich gemacht, die weit über 30 Grad hohen Temperaturen auszuhalten. Nach einem erfrischenden Apéro in einer der unzähligen Strandbars freuten wir uns dann aber doch wieder sehr auf unsere idyllische Bergerie.

Die 958km von Frauenfeld nach Corsavy im Departement Pyrénées-Orientales in Südfrankreich teilten wir uns auf zwei Tage auf, um nicht elf Stunden am Stück fahren zu müssen. So liessen wir uns Zeit, machten immer wieder Halt auf einem der riesigen Picknick-Areale und verbrachten eine Nacht im Städtchen Romans-sur-Isère. Von dort rasten wir runter Richtung Küste, vorbei an Montpellier und hoch in die Pyrenäen. Die Fahrt von Arles-sur-Tech nach Corsavy war kurvenreich und schmal, doch die Strasse von Corsavy bis zu unserer Unterkunft inmitten des Waldes war erst richtig abenteuerlich. Die letzten hundert Meter stürzten wir praktisch hinunter, so steil war die Zufahrt. Dort, in einer Waldlichtung, stand ein stattliches Herrenhaus und etwas unterhalb unsere hübsche Bergerie (ehemaliger Schafstall) aus Stein. Und rundherum ein natürlicher Spielplatz mit einer Feuerstelle, dem Wald und dem Fluss Le Tech. Nicht zu vergessen die zwei Sitzplätze, der Balkon und ein Naturwasser-Pool. Eine Oase der Ruhe, die wir für eine Woche lang in vollen Zügen genossen. Gefunden haben wir das schöne Plätzchen auf Airbnb.

Nach einem wunderbar ruhigen Frühstück vor unserem katalanischen Steinhüttchen und einer abenteuerlichen Autofahrt zur Schutzhütte Moli de la Paleta, etwas oberhalb von Montalba gelegen, waren wir bereit für die Wanderung auf den Roc Saveur. Nach etwa einem Kilometer weiter der staubigen Bergstrasse entlang bogen wir links ab und liefen auf mit Laub überhäuften Wegen stetig hoch bis zum Fuss des Felsens Roc Saveur, wo es dann richtig steil und steinig wurde. Die letzten hundert Höhenmeter waren wir teilweise auf allen Vieren oder mit an den Steinen angemachter Seilhilfe unterwegs. Oben angekommen, machten wir es uns auf einem Stein gemütlich und sogen die herrliche Aussicht auf die umliegenden Gipfel, die weiten Waldflächen und das winzige Dörfchen Amélie-les-Bains in uns auf. So ganz alleine auf dem Gipfel die Schönheit der Natur zu geniessen ist ein unschlagbares Gefühl. Unten waren wir dann ziemlich schnell wieder. Die Vorfreude auf eine Abkühlung im Fluss Tech, beim Dorfeingang von Arles-sur-Tech, trieb uns förmlich an. Immerhin war es mindestens 34° heiss! Der Tech ist 84km lang, entspringt den Pyrenäen und mündet bei Argelès-sur-Mer, nahe der spanischen Grenze, ins Mittelmeer. So schnell im Wasser wie heute war ich wohl selten 😉
LANGUEDOC-ROUSSILON: Hütte Moli de la Paleta – Roc Saveur (1235m)
Distanz: 7.5km
Dauer: 2.5h
Höhenmeter: 560

Die Autofahrt nach Corsavy verlief eigentlich ganz gut und dennoch war sie anstrengend, zu viele Stunden im Auto für mich. Aber kaum sah ich unser unglaublich herziges Hüttchen inmitten der Pyrenäen waren die Strapazen der Hinfahrt vergessen! Und nach der ersten Wanderung waren wir rundum glücklich und zufrieden.
Diese erste Wanderung führte uns vom Refuge de Batère, einer ehemaligen Schutzhütte, die heute als Restaurant und Unterkunft dient, auf den Gipfel des Cincreus auf 2266m. Das Refuge de Batère ist nur gut eine Viertelstunde entfernt von uns und ist beinahe sichtbar von unserer Unterkunft. Das Gelände wird zudem vom Fernwanderweg GR10 durchquert. Vom Refuge de Batère ging es zuerst über völlig vertrocknete Wiesen – es hat anscheinend seit sieben Wochen nicht mehr geregnet hier – und vorbei an Schatten suchenden Schafen hoch zum Col de Cirère, von wo man das erste Mal auf die andere Seite des Gebirges blicken konnte. Danach führte ein schmaler, aber sehr steiler Weg auf die nächste Kuppe hoch. Von dort schien der Gipfel nicht mehr weit weg, doch der Bergrücken hoch zum Cincreus täuschte und zog sich in die Länge. Obwohl wir wegen des dunstigen Wetters das Meer nicht richtig sehen konnte, war die Weitsicht auf die Pyrenäen beeindruckend. Wir genossen unser Mittagessen in der Ruhe und beobachteten die wunderschönen Schmetterlinge rundherum. Der Rückweg war dann heiss und staubig und so freuten wir uns umso mehr auf eine Abkühlung in unserem herrlichen Naturwasser-Pool.
Ja, die elf Autostunden bis nach Corsavy haben sich auf jeden Fall schon gelohnt!
LANGUEDOC-ROUSSILON: Refuge de Batère – Col de Cirère – Pic de Cincreus (2266m)
Distanz: 8km
Dauer: 3h
Höhenmeter: 800
Der heutige Samstag fühlte sich für mich an wie ein Sechser im Lotto: Sommerferienbeginn, Beginn des Bildungssemesters und Jubiläums-Wochenende! Das wollten wir ordentlich feiern und fuhren für ein Wochenende in den wunderschönen Kanton Freiburg.
Auf dem Plan stand der Schopfenspitz, in der Romandie als Gros Brun bekannt. Vom hübschen Dörfchen Jaun folgten wir der Wanderroute über Wiesen und durch kurze Waldstücke hoch zum riesigen Hof Untere Jansegg, wo wir erstmals die Spitze des Schopfenspitzes erblicken konnten. Von dieser Seite sah der Berg eher harmlos aus, das änderte sich aber noch. Weiter ging der Weg auf einer Teerstrasse, immer mit Aussicht auf die charakteristische Bergkette der Gastlosen, bis zur Talstation einer Materialseilbahn. Dort begann der blau-weisse Teil der Wanderung und es führte im Zickzack durch herrliche Blumenwiesen steil hoch bis zur Hütte Maischüpfen, wo sich eine ganz neue Bergwelt auftat und auch die Mächtigkeit des Schöpfenspitzes eindrücklich zu sehen war. Wir durchquerten die Ebene und stiegen dann eine Rinne entlang sehr steil links hinauf auf den Sattel, die Hände immer an der befestigten Kette. Die letzten 150 Höhenmeter, mit dem Gipfelkreuz immer vor Augen, stiegen wir der Krete entlang hoch auf den Gipfel und genossen die herrliche Rundumsicht. In der Ferne waren sogar die Viertausender des Wallis zu sehen, darunter das Matterhorn und das Weisshorn. Der perfekte Start in ein abenteuerliches Bildungssemester 🙂
FRIBOURG: Jaun – Untere Jansegg (1365m) – Maischüpfen (1662m) – Schopfenspitz (2104m)
Distanz: 12km
Dauer: 4h
Höhenmeter: 1050
Nach zwei wanderfreien Wochenenden freuten wir uns heute Morgen umso mehr, wieder einmal in die Berge fahren zu können. Beim Anblick der Seluner Bahn – eine Kastenbahn, wohlbemerkt – wurde mir dann aber ziemlich mulmig. Zum Glück dauerte die Fahrt nur 10 Minuten und mit geschlossenen Augen war es erträglich. Von der Bergstation machten wir uns nach links auf den Weg Richtung Frümsel, vorbei am Wildmannlisloch über weite Wiesen hoch zur Alp Torloch. Bis dahin war der Weg sanft ansteigend und gemütlich. Einige hundert Meter nach der Alp Torloch ging es dann jedoch richtig steil hoch. Vor allem der weich-rutschige Untergrund und die hohen Tritte brauchten ganz schön Energie. Dafür wurden wir auf dem Gipfel einmal mehr mit einer traumhaften Rundumsicht auf den Walensee, die Nachbarn Brisi und Selun, sowie den Säntis und seine umliegenden Spitzen belohnt. Nach einem feinen Picknick verlangte der Rückweg bis zur Alp Torloch noch einmal viel Konzentration, bevor wir das Wegstück zur Bergstation gemütlich auslaufen konnten. Die Talfahrt mit der Kastenbahn zurück nach Starkenbach war dann noch mal sehr abenteuerlich – und für mich definitiv das erste und letzte Mal 🙂
ST.GALLEN: Bergstation Seluner Bahn – Torloch – Frümsel
Distanz: 7.7km
Dauer: 2.50h
Höhenmeter: 700
Als wir heute früh um 9 Uhr bei der Talstation Morgenholz in Niederurnen ankamen, war schon recht Betrieb. Dennoch waren wir eine halbe Stunde später wie geplant auf der Bergstation, bereit loszumarschieren. Nach einer guten Viertelstunde Einlaufen, vorbei am Restaurant Hirzli, bogen wir links ab Richtung Wänifurggel. Von dort schlängelte sich ein Serpentinenweg hoch, zuerst durch den schattenspendenden Wald, dann über wunderschöne Blumenwiesen. Nach ungefähr einer Stunde erreichten wir Wänifurggel, wo wir bereits das erste Mal eine herrliche Aussicht geniessen konnten. Dann zogen wir nach rechts weiter und liefen etwa zwei Kilometer der riesigen Felswand entlang, die sich ausgezeichnet zum Klettern eignet. Das letzte Stück war dann nochmal so richtig steil und gespickt mit einer kurzen, aber nicht ganz ungefährlichen Kletterstelle. Auch auf den letzten Metern zum Gipfel hat es ein paar kurze, heikle Stellen. Somit war klar, warum die Wanderung die Bezeichnung T4 hat. Auf der Spitze des Brügglers angekommen, sogen wir einen Moment die herrliche Rundumsicht ein, bevor wir uns etwas unterhalb des Gipfels auf die Wiese setzten und die Sicht auf den Tierberg, den Mattstock, den grossen und kleinen Mythen und die Rigi genossen. Vor allem mit dem Mythen verbinden wir wunderschöne Erinnerungen. Zurück ging es dann auf dem gleichen Weg. Der perfekte Abschluss bildete dann ein eiskaltes Fuss-Flussbad gleich neben der Talstation Morgenholz.
GLARUS: Morgenholz – Wänifurggel – Brüggler 1776m – Wänifurggel – Morgenholz
Distanz: 12km
Dauer: 3.40h
Höhenmeter: 1000 Weiterlesen
Der letzte Tag stand vor der Tür und wir wollten unbedingt noch auf den Mount Matro. So nahmen wir das regnerische Wetter in Kauf, wählten das beste Zeitfenster und machten uns bereits um 9 Uhr von Cacine auf den Weg. Nach etwa zehn Minuten Einlaufen erreichten wir Puscett, von wo es dann leicht ansteigend hoch ging bis zur Alpe Foppascia. Das letzte Stück auf den Gipfel des Pianca Bella kamen wir dann sogar trotz Nieselwetter noch richtig ins Schwitzen. Auf dem Gipfel gönnten wir uns nur eine kurze Punsch-Pause. Zügig machten wir uns der Krete entlang Richtung Cogn und Matro, begleitet von sanftem Regen und minutenlangem Nebel. Den Mount Matro konnten wir dann mit etwas Glück gerade noch sehen, die herrliche Rundumsicht ins Blenio- und Leventinatal blieb uns heute jedoch verwehrt. Wohlwissend, dass der Starkregen nicht mehr lange auf sich warten lässt, stürzten wir den Berg hinunter zurück nach Puscett. Wir haben wirklich gut getimt heute, denn auf den letzten Metern vor Cacine begann es wieder zu regnen und kaum sassen wir im Auto, schüttete es so richtig los. Gelohnt hat es sich dennoch – und frisch geduscht konnten wir den Nachmittag in unserem kuschligen Chalet so richtig geniessen.
TESSIN: Cacine – Puscett – Alpe Foppascia – Pianca Bella 2164m – Cogn 2166m – Matro 2171m – Puscett – Cacine
Distanz: 9km
Dauer: 2.35 h
Höhenmeter: 600 Weiterlesen
Der Plan heute war eigentlich den angepriesenen, sommerlich warmen Tag am Wasserfall zu verbringen und uns dabei von der Sonne wärmen zu lassen. Der Plan ging nicht ganz auf, hauptsächlich des Wetters wegen. Es war dann doch kühler und bewölkter als erwartet. Den Wasserfall Cascata di Santa Petronilla, den höchsten Wasserfall des Tessins, wollten wir uns dennoch entgehen lassen. So liefen wir vom Zentrum in Biasca in etwa zwanzig Minuten hoch zum idyllischen Kirchlein Santa Petronilla. Davor befindet sich eine Steinbrücke mit herrlicher Aussicht auf die Stadt Biasca, sowie die beiden Täler Leventina und Blenio. Der Wasserfall stürzt direkt neben dem Kirchlein die Felswände hinunter und auf den Steinen gibt es genug Platz, um es sich gemütlich zu machen und die Seele baumeln zu lassen. Das haben wir gemacht, aber nach etwas mehr als einer Stunde hatten wir beide schon kalte Füsse. Egal, Hauptsache wir konnten einmal die kurzen Hosen anziehen 🙂
Üsi Schwiiz und d'Welt 

