
Saint-Jean-du-Pin ist ein winziges Kaff etwa 10 Minuten entfernt von Alès. Dort haben wir auf Airbnb ein paradiesisches Plätzchen gefunden, welches wir eine Woche lang in vollen Zügen genossen haben. Das ehemalige Poolhaus wurde zu einer schicken und doch gemütlichen kleinen Wohnung umgebaut und der Umschwung ist riesig. Vor dem Poolhaus lockt ein 14 Meter langer Pool mit bequemen Liegestühlen und hinter dem Poolhaus kann man sich mit Ping-Pong vergnügen, ein Buch in der Lounge lesen oder etwas Feines zum Essen zaubern auf dem blitzblanken Grill. Zudem liegt es wie gesagt nahe an Alès und gleich am Anfang des Cévennen-Nationalparks, der ebenfalls mit Attraktionen lockt. Nach Nîmes fährt man eine knappe Stunde und mit einer zusätzlichen halben Stunde ist sogar das Meer erreichbar. Wir haben uns die Zeit mit verschiedenen Tagesausflügen wie Wanderungen, E-Bike-Touren, Marktbesuch und Stadtbesichtigung vertrieben. Und vor allem die Zeit in dieser traumhaften Unterkunft genossen; tägliches Schwimmen im Pool, sich sonnen auf der Luftmatratze, süssen Pina Colada zum Apéro und dazu eine Runde Ping-Pong, Nachtessen am beleuchteten Pool und warme, lange Abende draussen. Weiterlesen

Einen Markt zu besuchen, wenn man in Südfrankreich ist, gehört wohl zum Standardprogramm aller Touristinnen und Touristen. Kein Wunder, die lokalen Spezialitäten, die von Hand hergestellten Schmuckstücke wie Ketteli, traditionelle Körbe oder Tongeschirr und natürlich die stattliche Anzahl an Kleiderständen ziehen Besucherinnen und Besucher aller Art an. Junge und Alte, Fremde und Einheimische treffen sich auf dem Markt. Und genau das, dieses wilde Durch- und Miteinander macht die Stimmung eines Marktes aus. Findet er dann, wie in Anduze, noch in einem herzigen Dörfchen statt, dann wird der Marktbesuch zu einem Erlebnis, das jegliche Sinne anspricht. Der Markt in Anduze findet jeweils am Donnerstagmorgen von 08.00-13.00 Uhr statt. Und auch diesen Morgen strömte eine riesige Menschenmasse durch das kleine Dörfchen, so viele, dass es uns schon fast etwas schwer gefallen ist, das Markttreiben zu geniessen. Dennoch ist der Markt einen Besuch wert, es lohnt sich jedoch allenfalls, etwas früher aufzustehen als wir 🙂
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Unsere Airbnb-Gastgeber haben uns angeboten, ihre E-Bikes auszuleihen und dieses Angebot haben wir natürlich dankend angenommen. Da ich noch nie E-Bike gefahren bin, hatte ich zu Beginn etwas Respekt vor der Geschwindigkeit. Nach wenigen Minuten war mir aber schon pudelwohl auf dem Velo. Diese E-Bikes sind super einfach zu bedienen, die Geschwindigkeit ist gut zu kontrollieren und die Unterstützung ist einfach grandios! Uns hat es auf jeden Fall richtig Spass gemacht. So sind wir über Feldwege und Landstrassen, an Anduze vorbei zu einem wunderschön ruhigen Plätzchen am Gardon de Mialet gefahren, ganz in der Nähe des Restaurants la Guenguette, wenige Kilometer vor dem Dörfchen Mialet. Dort haben wir die Erfrischung im Fluss genossen und sind dann – dankbar um die tolle Unterstützung der E-Bikes – wieder nach Hause geradelt. Vor allem die letzten Kilometer über Stock und Stein haben uns noch richtig gebraucht, so dass wir uns zu Hause dankbar auf den Liegestuhl fallen liessen und das Nichtstun genossen. Weiterlesen

Alès im Dèpartement Gard gehört mit seinen über 41’000 Einwohner/innen zur grössten Stadt der Cévennen. Sie liegt knapp 45km nordwestlich von Nîmes in einer Flussschlaufe des Gardon d’Alès, am südlichen Rand des Cévennen-Nationalparks. Bis Mitte 20.Jahrhundert war Alès ein regionales Zentrum des Kohlebergbaus im Gard. Die grosse Abraumhalde ist ein Erbe dieser Zeit. Im 21. Jahrhundert ist die Stadt zu einem Forschungszentrum für Mechanik und Biotechnologie geworden. Immer bekannter und beliebter wird Alès auch als touristisches Tor zu den Cévennen. Die Plattenbauten, die man als erstes erblickt, wenn man in die Stadt fährt, machen keinen einladenden Eindruck. Das Zentrum von Alès mit seinen Boulevards und Strassencafés ist aber herzig und lässt ein bisschen Kleinstadtflair aufkommen. Wir besuchen immer gern die Markthallen, in Alès bekannt unter dem Namen halles de l’Abbaye. Da die Halle noch im Umbau ist, ist sie nicht sehr schön, bietet aber dennoch einen wichtigen Treffpunkt für die Einheimischen. Ansonsten sind wir einfach ein bisschen durch die Strassen geschlendert und haben die neuen Eindrücke genossen.

Die Cévennen, les Cévennes, sind der südöstlichste Teil des französischen Zentralmassivs. Karstgebirge, Schluchten und Hochebenen prägen die Landschat. Im nördlichen Teil (Département Lozère) ist das Klima vorwiegend atlantisch und feucht-kühl, südlich des Mont Aigoual (Départements Gard und Hérault) herrscht hingegen trocken-warmes Mittelmeerklima. Die grössten Städte liegen alle am Rand der Cévennen: Mende, Millau, Lodève und mit über 41’000 Einwohnern die grösste Alès. Heute spielt die Landwirtschaft mit der Aufzucht von Rindern, Schweinen und Ziegen, Ackerbau und Obstanbau (Zwiebeln und Äpfel) eine immer geringere Rolle. Zum Haupt-Wirtschaftsfaktor ist der Tourismus geworden. Vor allem der Cévennen-Nationalpark und das Skigebiet Prat Peyrot am Mont Aigoual ziehen viele Besucher/innen an. Zudem bietet die Region Tropfsteinhöhlen, Wanderwege, Klettergebiete, Radwege, Wasser- und Luftsport. Im Juni 2011 hat die UNESCO über 3000 Quadratkilometer der Cévennen zum Welterbe der Menschheit erklärt. Ausschlaggeben für die Anerkennung als Weltnaturerbe war, dass hier die Wanderschäferei (Transhumanz) noch wie vor Urzeiten ausgeübt wird. Die Landschaften der Hochebenen sind während Jahrtausenden von der Weidewirtschaft geformt worden. Genau diese Landschaft wollten wir uns mit unserer ersten kleinen Wanderung in den Cévennen ansehen. So liefen wir bei weit über 35 Grad auf den nächstgelegenen Gipfel und staunten über die weiten der wunderschön grünen Wälder.
GARD: Saint-Jean-du-Pin – Serre d’Avène
Distanz: 10.5km
Dauer: 2.40h
Höhenmeter: 360

Wer die Stadt Montpellier besucht, sollte sich unbedingt Zeit nehmen, die nahe gelegenen Strände des Départements Hérault zu erkunden. In elf Kilometer Entfernung findet man die nächstgelegenen Strände Carnon und Palavas-les-Flots und dann folgen auf beiden Seiten der Küste noch etliche andere Strände. Die Küstenlandschaften des Hérault sind sehr vielfältig und so sind es auch die Strände. Einige sind wild und unberührt wie le Grand Travers, andere sind Stadtstrände wie Palavas-les-Flots und la Grande Motte. Rund um Montpellier hat es ein grosses Netz an Radwegen. So sind die Strände nicht nur per Auto und Tram, sondern auch per Fahrrad zu erreichen. Beeindruckt hat mich auch die Fahrt an einige der Strände. Auf einer Landzunge fährt man zwischen dem Mittelmeer und den grossen Seen Etang de l’Or, Etang de Vic und Etang de Thau, also umgeben von Wasser, dem Zielort entgegen.

Der Hauptgrund, erneut nach Südfrankreich zu reisen, war der Besuch einer Sprachschule. Da ich Nizza und die umliegenden Orte bereits kenne und nur Gutes über Montpellier gehört habe, ist die Entscheidung schnell gefallen. Hier habe ich zwei Wochen Französischunterricht an der LSF besucht. Der Unterricht fand in verschiedenen Gebäuden im Zentrum statt, war gut geplant und auch abwechslungsreich umgesetzt. Zudem bekommt man Zutritt zu einer online Plattform, welche weitere Übungsmöglichkeiten bietet. Spannend war auch der Austausch mit anderen Student/innen aus verschiedenen Ländern. Die Schule bietet neben Sprachunterricht auch zahlreiche Aktivitäten an, an denen man auf freiwilliger Basis teilnehmen kann. Gewohnt habe ich in einer Wohnung am Rande der Stadt, welche ich über Airbnb gebucht und nur empfehlen kann. Vor allem der Pool war Gold wert bei durchschnittlichen Temperaturen über 35 Grad!

Die Camargue ist eine grosse Schwemmlandebene in der Provence im Süden Frankreichs. Der grösste Teil der Camargue wird landwirtschaftlich zum Gemüse-, Obst- und Reisanbau, sowie zur Viehzucht genutzt. Der hauptsächlich aus Schwemmland bestehende Boden bietet günstige Bedingungen dafür. Zudem wird ein grosses Gebiet für Meerwassersalinen genutzt, wo Meersalz durch Verdunstung von Meerwasser gewonnen wird. Und natürlich ist auch der Tourismus eine wichtige Einnahmequelle. Bekannt ist die Camargue bei Touristen vor allem als Naturschutzgebiet. Hier findet man eine 400 Arten reiche Wasservogelwelt, wie beispielsweise den Rosaflamingo. Und natürlich die weissen Camargue-Pferde, eine nur hier vorkommende Pferderasse, sowie Herden von Camargue-Stieren. Ihr Fleisch ist eine Spezialität der provenzalischen Küche. Pferde und Stiere leben im Freien, sie haben aber Besitzer und tragen entsprechende Brandzeichen. Es sind also keine wilden Tiere. Le-Grau-du-Roi, einer der grössten Orte in der Camargue, liegt eine knappe Stunde entfernt vom Zentrum Montpelliers und ist damit gut erreichbar. In der Nähe von Le-Grau-du-Roi findet man auch zahlreiche Pferderanches, welche Touren mit den Camargue-Pferden anbieten. Genau das habe ich gemacht und bin eine Stunde lang auf einem dieser kräftigen Tiere durch die wunderschöne Landschaft der Camargue, die geprägt wird durch zahlreiche flache Seen, geritten. Das war ein unvergessliches Erlebnis und kann ich nur empfehlen!

Wunder, so viel wie die lebendige Universitäten-Stadt zu bieten hat. Montpellier gehört zu den lebenswertesten Städten Frankreichs und lockt mit einem einzigartigen Angebot and Kultur, Kulinarik und Geschichte. Sehenswert ist auf jeden Fall die wunderschöne Altstadt mit den historischen Bauten und den schmalen Gassen, sowie der pulsierende Place de la Comédie. Die unzähligen Cafés, Shops und Restaurants laden zum Verweilen und Geniessen ein, insbesondere das pain au chocolat, le canard und foie gras sind überall zu finden. Bezahlt wird meistens mit der Kreditkarte, der sogenannten carte bleue. Montpellier ist nicht nur eine der grössten Städte an der französischen Mittelmeerküste, sondern auch eine wichtige Studentenstadt. Die Universität von Montpellier ist neben den Universitäten von Paris, Toulouse und Aix-en-Provence die viertgrösste des Landes. Jede/r vierte Bewohner/in ist eingeschriebene/r Student/in. Das erklärt das pulsierende Stadtleben hier. Zudem sind in zehn bis fünfzehn Kilometer die verschiedenen Strände rund um Montpellier zu finden und die Sonne scheint praktisch immer. Als Haupttransportmittel zählen das Auto, das Tram und der Bus. So sind alle Orte in und um Montpellier gut erreichbar. Aufgefallen ist mir auch, dass die Leute hier sehr freundlich zueinander sind. So bedanken sich die Fahrgäste im Bus beispielsweise jedes Mal beim Busfahrer/der Busfahrerin, wenn sie aussteigen. Convivialité und gentillesse wird hier auf jeden Fall viel Bedeutung beigemessen und auch gelebt.

Der Marché du Lez ist ein rustikales Marktquartier in einem ehemaligen Industriegebiet in Montpellier. Wo früher eine Druckerei und Lagerhallen betrieben wurden, findet man dort heute alles, was das Herz begehrt; Trödlerware, Stände mit lokalen Köstlichkeiten und Handgemachtem, einen Deko-Shop, Restaurants, Foodtrucks, Startups und verschiedene Ausstellungen und Events. Auch eine Rooftop-Bar bietet der Marché du Lez. Ziel ist es, eine neue, verantwortungsbewusste, lokale und innovative Lebensart vorzuleben und zu fördern. Auf jeden Fall ist der Marché du Lez ein Ort, um Spass zu haben, die Seele baumeln zu lassen, die Sonne zu geniessen, Zeit mit Freunden zu verbringen und sich von allen Seiten inspirieren zu lassen. Das Marktquartier bietet einen grossen Parkplatz und ist auch per Bus und Tram erreichbar.
Üsi Schwiiz und d'Welt 

